Innenminister Herrmann empfängt stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister der Republik Serbien, Ivica Dacic: "Sicherheitskooperation mit Serbien muss verstärkt werden – über 4.000 serbische Tatverdächtige bei Straftaten in Bayern 2009"...
Innenminister Joachim Herrmann empfing heute den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister der Republik Serbien, Ivica Dacic, zu einem Erfahrungsaustausch im Innenministerium in München: "Die Bayerische Staatsregierung unterstützt den Beitrittsantrag Serbiens zur Europäischen Union. Der Wegfall der Visumspflicht für serbische Staatsangehörige für Reisen in den Schengen-Raum hat Serbien bereits enger an Europa herangeführt. Ich verfolge auch mit großer Sympathie den gerade in diesen Tagen noch einmal forcierten Aussöhnungsprozess Serbiens mit seinen Nachbarn", so Herrmann. Die begrüßenswerten Schritte hin zur Europäischen Union fordern aber auch eine noch engere Kooperation der Polizeibehörden. Gerade im Bereich der organisierten Kriminalität und der internationalen Bandenkriminalität ist die länderübergreifende polizeiliche Zusammenarbeit zwischen Bayern und Serbien intensiv und vertrauensvoll. Sie muss aber noch verstärkt werden, denn in der polizeilichen Kriminalstatistik des Landes Bayern im Jahr 2009 seien 4.302 Tatverdächtige mit der Nationalität Serbien und Montenegro erfasst. Damit nehmen sie bei der Tatverdächtigenstatistik in der bayerischen PKS hinter der Türkei und Rumänien den dritten Platz ein.
Herrmann sagte: "Nicht zuletzt deshalb haben wir heute auch einen noch engeren Erfahrungsaustausch auf verschiedenen Feldern der Sicherheitspolitik vereinbart. Ich habe meinem serbischen Kollegen die Hospitation serbischer Beamter in Bayern angeboten, um eine noch bessere Vernetzung in der täglichen Zusammenarbeit zu erreichen". Herrmann lobte die hervorragende Zusammenarbeit bei einzelnen Ermittlungsverfahren gerade im Zusammenhang mit der Falschgeldkriminalität. Dank der engen Zusammenarbeit mit den serbischen Behörden konnte beispielsweise zuletzt ein 32-jähriger Kroate aus Oberbayern ermittelt werden. Er hatte falsche Euro-Scheine von Fälscherbanden aus Serbien beschafft und an eine Tätergruppierung in Ober- und Niederbayern weitergegeben. Ein weiterer Fall aus dem Jahr 2006 belege ebenfalls die erfolgreiche Sicherheitskooperation. Der Kopf einer hochkriminellen Bande wurde in Serbien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Er plante, eine Million falsche US-Dollar in München und der Oberpfalz zu verteilen. Das Geld konnte sichergestellt werden.
Herrmann abschließend: "Der Erfahrungsaustausch heute diente dazu, die bisherige gute Zusammenarbeit auszubauen. Die zunehmenden Freiheiten innerhalb eines zusammenwachsenden Europa werden durch die organisierte Kriminalität für kriminelle Aktivitäten intensiv genutzt. Die Sicherheitsbehörden dürfen hier auf keinen Fall ins Hintertreffen geraten. Serbien ist dabei ein wichtiger Partner für den Freistaat Bayern. Mit der forcierten Zusammenarbeit gewährleisten wir neben dem Höchstmaß an Freiheit innerhalb der EU auch ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger", betonte der Minister. Die Hospitationen sollen vor allem dazu dienen, dass hervorragende Know-how der bayerischen Polizei mit dem Partner Serbien zu teilen. Themenschwerpunkte seien zunächst die ''häusliche Gewalt'', das Thema ''Gewalt bei oder rund um Sportveranstaltungen'' und die Verbesserung der Sicherheit von Polizeibeamten bei Kontrollen auf Autobahnen. Die bayerische Polizei habe hier nicht nur große Erfahrung und eine hervorragende Ausstattung, sondern auch ausgezeichnete Aus- und Fortbildungsprogramme entwickelt. Dieses Wissen stelle man gerne der serbischen Polizei zur Verfügung.
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