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Pressemitteilung:  Autorin aus Pfaffenhofen bei den Walen im Atlantik
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Die Pfaffenhofener Kinder- und Jugendbuchautorin Doris Thomas wurde aufgrund ihrer Bücher über das Thema „Wale“ auf die Azoren eingeladen. Reisebericht live von Pico....


Rundkopfdelfin

Wenn Träume wahr werden, kann ich nur sagen. Eingeladen von einem großen Whale-Watch Unternehmen (Futurismo) bin ich gerade auf den Azoren. Man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben, aber da ich nur noch zwei Tage hier auf der Insel Pico habe, kann ich mir nach fast 2 Wochen doch schon ein Urteil erlauben. Die Insel Pico mit dem gleichnamigen Vulkan, Portugals höchster Berg übrigens, ist einfach wundervoll. Überall das schroffe schwarze Lavagestein, wilde Blumenschönheiten, ein unglaubliches Grün an Vegetation und die vielen Kraterseen. Auch für Wanderer und Naturliebhaber bietet die Insel genug für einen Urlaub. Alleine der erkaltete unterirdische Lavastrom, den man bei einer Führung zu einem kleinen Teil durchlaufen kann, ist schon sehr aufregend. Für mich stehen natürlich die Wale im Vordergrund. Besonders der Pottwal, über den ich gerade einen Roman schreibe. Und der lebt hier sozusagen „vor der Haustür“, da die Azoren praktisch mitten im Atlantik liegen und der Meeresboden nahe der Inseln steil abfällt. Schnell erreicht das Meer eine Tiefe von 1000 und mehr Metern. Diese Tiefen brauchen Pottwale, um ihre Hauptnahrung, die Tiefseekraken, zu finden.


Großer Tümmler

Was ich bisher hier, allerdings meistens auf den Booten des befreundeten Unternehmens Aqua Acores, sehen durfte, stellt meine Erwartungen weit in den Schatten. Ich durfte an 9 Whale-Watch Touren teilnehmen. Meine riesige Sammlung an Fotos (Sony alpha) und auch Videos ist atemberaubend. Neben Pottwalen, die größten Zahnwalen übrigens, habe ich auch noch einige andere Arten sehen dürfen: Rundkopfdelfine (Risso), Gewöhnliche Delfine, Pilotwale, Große Tümmler, Streifendelfine und mit Zügeldelfinen (Fleckendelfinen) bin ich sogar geschwommen. Eine Unechte Karettschildkröte habe ich zweimal gesehen, einmal schaffte ich sogar, sie unter Wasser zu fotografieren (Canon D10).


Unechte Karettschildkröte

Highlights gab es bisher mehrere. Aber es ist nicht schwer, das größte aller Ereignisse zu bestimmen. Vorgestern kam ein Pottwalweibchen neugierig zu den drei anwesenden Booten. Alle Motoren liefen längst im Leerlauf. Sie hob den Kopf aus dem Wasser und inspizierte nacheinander die Boote. Auf unseres war sie wohl besonders neugierig, denn plötzlich steuerte sie schnurstracks auf uns zu. Alle hielten den Atem an, denn diese mächtigen Tiere mit ca. 12-14 m Länge (Männchen bis 22 m) können ohne weiteres ein Boot zum Kentern bringen. Doch die Waldame war überaus vorsichtig. Trotzdem rutschten einigen Leuten das Herz in die Hosentasche. Näher und näher kam der Wal heran, drehte sich wenige Meter neben dem Boot auf die Seite, um mit seinem Auge, die jeweils auf der Kopfseite liegen, hochzuschauen. Langsam bewegte sie ihre mächtige Fluke (Schwanzflosse), die halb aus dem Wasser ragte. Wir sahen, wie ihr Kopf mit dem mächtigen Kiefer das Boot erreichte und darunter hinwegglitt. Ihre Fluke bewegte sich kraftvoll durchs Wasser. Ihre Flanke war zu sehen. Vorsichtig zog sie ihre Fluke tiefer, bevor sie das Boot berührte. Gerade noch konnte ich auf die andere Bootseite hechten, denn dort kam bereits der Kopf hervor. Praktisch mit Haaresbreite tauchte ihr Kopf auf und sie schaute hoch zu mir.


Pottwalfluke

Im Nachhinein ist es mir absolut rätselhaft, wie ich es geschafft habe, mit der linken Hand ein Video zu drehen, was ich übrigens nach meinem Aufenthalt bei Youtube einladen werde (für die Interessierten stelle ich den Link nachher als Kommentar zum Bericht ein) und mit der rechten Hand die große Spiegelreflex bediente. Ich schaute nicht einmal in einen der Sucher, sondern über die Geräte hinweg. Sowas darf man sich nicht nehmen lassen. Weil das noch nicht genug war, kehrte der Pottwal erneut zurück und ich konnte auch noch ein Unterwasservideo drehen. Der Wahnsinn nahm gar kein Ende. Selbst erfahrene Skipper der Whale-Watch Unternehmen werten das als absolut außergewöhnliches Ereignis. Was hatte ich für ein Riesenglück!

Daneben verblassen die anderen Eindrücke fast ein wenig. Dabei durfte ich so viele andere tolle Dinge mit den Walen erleben. Einige muss ich noch nennen.


Großer Tümmler

Drei Pottwale tummelten sich direkt vor uns im Wasser. Es ging hin und her, drunter und drüber. Es war nicht klar, ob hier eine Paarung von Statten ging oder eine Geburt bevorstand. Irgendwann guckten jedenfalls alle drei einträchtig aus dem Wasser, um mal zu uns herüberzuschauen.


Pottwalköpfe

Die Rundkopfdelfine, die sich meist nicht den Booten nähern, kamen nach einer Weile immer näher, bis sie schließlich unter dem Boot hindurchtauchten. Ich hielt wieder meine Kamera ins Wasser. Einmal berührte mich fast die Fluke eines Wales. Ich spürte noch die Druckwelle seiner kräftigen Bewegung. Wenig später positionierten sich zwei Wale geradewegs vor meiner Unterwasserkamera und blieben lange in dieser Position: „Portugals next top Risso!“, dachten sie wohl. Manche Dinge, die bisher geschehen sind, wirken allmählich seltsam. Natürlich wachsen die Chancen von außergewöhnlichen Situationen mit der Anzahl der Touren, doch mir passieren Sachen, die selbst für die Leute hier spektakulär sind.


Pottwalkopf mit Auge (links)

So sehr hatte ich mir zum Beispiel gewünscht, einen Pottwal springen zu sehen. Seit zwei Jahren haben mich meine Tochter und mein Mann damit aufgezogen, dass sie damals (Insel Sao Miguel/Azoren) den Sprung sahen und ich woanders hingesehen hatte. Und was passiert? Ein junger Pottwal springt, und springt und springt. Beim dritten Mal habe ich ihn dann tatsächlich auch mit der Kamera erwischt. Gott sei Dank: Beweisfoto!


springender Pottwal

Delfine tummelten und sprangen mehrfach um unser Boot herum. Die Streifedelfine sprangen wahnsinnig hoch, doch die Zügeldelfine übertrafen sie noch und erreichten Sprunghöhen von locker 7 Meter. Die Großen Tümmler waren neugierig auf meine Unterwasserkamera und schauten genau zu mir hoch, als ich mich vorne über die Bootkante lehnte. Eindrücke, die einfach wahnsinnig ergreifend sind.


Doris Thomas hoch oben im Boot

Wer weiß, was mich noch erwartet. Jedes Mal als ich dachte, es ließe sich nicht mehr steigern, passierte wieder etwas Atemberaubendes. Doch viele Möglichkeiten habe ich nicht mehr, vielleicht mit Glück noch ein oder höchstens zwei Touren. Heute war das Meer zu rau und keine Ausfahrt möglich. Aber ich habe im Grunde keinerlei Erwartungen mehr. Ich bin überglücklich und dankbar, was ich bisher erleben durfte, hier in Lajes auf Pico, der wilden Inselschönheit.

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Details
Kategorie:Lokales - Stadt Pfaffenhofen
Eingetragen am:22.08.2010 10:49
Eingetragen von:Klick
Link:Homepage Doris Thomas
Kontaktpersonen:Wale-Tante
Quelle:Kinder- und Jugendbuchautorin Doris Thomas
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