Steinpilze, Maroni und viele andere Pilze locken diesen Herbst wieder Scharen von Pilzsuchern in die Wälder des Landkreises. Dickicht und Unterholz sind jedoch auch der Lebensraum der Zecke...
Die Schwammerlzeit hat begonnen, viele Pilzsucher zieht es wieder in die Wälder des Landkreises. Die feuchte Witterung hat die Waldfrüchte dieses Jahr besonders gut gedeihen lassen. Der Wald und insbesondere das Unterholz sind jedoch auch der Lebensraum der Zecken, insbesondere der hier in unseren Breiten für die Krankheitsübertragung wichtigsten Art, dem „Gemeinen Holzbock“ (Ixodes ricinus). Gerade im Herbst wird das Übertragungsrisiko insbesondere für die sog. Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) unterschätzt.
Die Gefahr, die von Zecken im Herbst ausgeht, ist nicht zu unterschätzen, da Zecken sich besonders im feuchten Klima wohl fühlen. Auch bei niedrigen Temperaturen (noch bis 7° C) sind sie aktiv und auf der Suche nach einer Blutmahlzeit. Sie sitzen am Waldrand, in Wiesen, Gärten und auch Sträuchern. Vor allem beim Pilzesuchen oder Wandern durch den Wald ist man besonders gefährdet, von einer Zecke gestochen zu werden. Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern werden mit Hilfe ihrer winzigen Krallen an ihren Vorderbeinen vom vorbeigehenden Schwammerlsucher abgestreift.
Der Zeckenstich kann verschiedene Krankheitserreger, insbesondere sog. Lyme-Borreliose und die FSME übertragen. Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die häufig nach einem Zeckenstich zur sog. Wanderröte führt. Dabei handelt es sich um einen roten Hautfleck rings um die Einstichstelle, der sich ausweitet. Beim Auftreten solcher Krankheitszeichen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da die Borreliose unbehandelt eine schwere Erkrankung nach sich ziehen kann. Im Anfangsstadium als Wanderröte ist sie allerdings sehr gut mit Antibiotika behandelbar.
Bei der FSME ist keine ursächliche Behandlung möglich, da sie durch ein Virus ausgelöst wird. Die ersten Anzeichen einer FSME können grippeähnliche Beschwerden sein, nach ca. 1-2 Wochen kann es zum Befall des Gehirns und Rückenmarks kommen und damit unter Umständen zu schweren Folgen wie Lähmungen.
Die vorbeugende Impfung ist der einzige sichere Schutz vor einer FSME-Erkrankung. Sie wird Menschen, die sich in freier Natur in sog. Risikogebieten aufhalten, empfohlen. Die Kosten für die Impfung übernehmen die Krankenkassen. Auch der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist seit Jahren ein sog. Risikogebiet, sodass allen Landkreisbewohnern,- besonders denen, die gerne in die Schwammerl gehen oder sonst sich in freier Natur aufhalten- die Impfung empfohlen wird. FSME-Verbreitungskarten für Deutschland und Europa findet man im Internet unter www.zecken.de.
Nach Daten der sog. GfK-Studie, einer Umfrage im Landkreis aus dem Jahr 2009, hat die Bereitschaft, die FSME-Impfung aufzufrischen, im Vergleich zu den Vorjahren 2006 bis 2008 deutlich nachgelassen. Letztes Jahr hatten nur noch knapp 40 Prozent eine vollständige FSME Impfung, in den 3 Jahren vorher waren es noch ca. 58 Prozent.
Zwar sind nach den Zahlen, die das Gesundheitsamt bei Einsicht der Impfbücher während der Schuleingangsuntersuchung erhält, die Kinder mit 62 Prozent noch gut geimpft. Allerdings wird im Erwachsenenalter die Auffrischimpfung, die nach 3-5 Jahren erforderlich ist, häufig vergessen.
Im vergangenen und laufenden Jahr sind dem Gesundheitsamt Neuburg-Schrobenhausen keine Erkrankungsfälle an FSME gemeldet worden. Bayernweit sind jedoch im vergangenen Jahr 130 Personen an FSME erkrankt, in diesem Jahr (Stand 33. Kalenderwoche) 64 mit teilweise auch schweren Verläufen wie Hirnhautentzündung.
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