In Burghausen rissen gleich zwei Serien. Ingolstadt verlor zum ersten Mal seit sechs Spielen und Burghausen gewann zum ersten Mal seit sieben Niederlagen in Folge...
Es war ein interessantes Derby bereits im Voraus. Jürgen Press traf auf seinen Ex-Verein FC Ingolstadt 04. Press stieg mit dem FC04 in die Regionalliga Süd auf. Michael Wiesinger kehrte ebenfalls an seine alte Wirkungsstätte zurück. In Burghausen spielte er als Profi und in der Nähe des Stadions wuchs er auf.
FC-Trainer Wiesinger musste auf die gelbgesperrten Moritz Hartmann und Ralf Keidel verzichten. In der Hinrunde überrollte der FC Ingolstadt zuhause den SV Wacker Burghausen mit 6:0. Doch Burghausen war auch schon ein schlechtes Pflaster für den FC04. In der Regionalliga-Aufstiegssaison endete in Burghausen damals eine furiose Siegesserie des FC Ingolstadt 04.

War der beste Ingolstädter, mit einer guten kämpferischen Leistung: Tobias Fink
Gleich vom Anstoß weg, gab der SV Wacker, Gas. Doch das erste Tor machten die Gäste. Stefan Leitl traf nach 14 Minuten zum 0:1. Wenige Augenblicke später hatten die Schanzer wieder den Jubelschrei aufgesetzt. Ersin Demir traf zum vermeintlichen 0:2, doch das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits. Ingolstadt kontrollierte danach das Spiel. Doch Burghausen kam überraschend zurück ins Spiel. Burkhard (30.) traf aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich. Vorausgegangen war ein Patzer von Keeper Lutz. Er kam heraus konnte die Flanke nicht fangen. In der 35. Minute sah Ingolstadts Verteidiger David Pisot die Rote Karte. Über das Foul brauchen wir nicht diskutieren. „Klar war es ein Foul. Ich komme einen Schritt zu spät, triff ihn natürlich. Eine Gelbe Karte wäre da absolut gerechtfertigt. Ich kann es absolut nicht verstehen, dass er die Rote Karte zeigt“, sagte Pisot nachdem Spiel. Aufgrund des Platzverweises reagierte Trainer Wiesinger mit einem Wechsel. Für Ersin Demir kam Malte Metzelder. Ingolstadt musste fortan in Unterzahl agieren. Die Überzahl nutzte die Press-Mannschaft gnadenlos aus. Nach einer Ecke traf Gorka zur Führung für Wacker (39.). Die Schanzer mussten nach einer anfänglichen Führung, zu zehnt und mit einem Rückstand in die Kabine gehen.
Ingolstadt kam motiviert zurück aus der Kabine. Zecke Neuendorf jubelte bereits über seinen Treffer, doch der Schiedsrichter pfiff ab: Foulspiel. Zecke Neuendorf soll beim Kopfball seinen Gegenspieler geschoben haben. Neuendorf nachdem Spiel dazu: „Ein Tor hat er richtig gesehen. Ich werde vorher gehalten, ich schubse ihn dann weg. Klares wegstoßen.“ Nach und nach kam nun Hektik ins Spiel. Viele Fouls und viele Karten. Insgesamt „griff“ der Schiedsrichter achtmal zur Gelben Karte. In der 53. Minute flankte Burghausens Grübl. Doch die Flanke wurde zum brandgefährlichen Torschuss und segelte nur denkbar knapp übers Quergebälk. In der 62. Minute hatte Stefan Leitl die Chance auf den Ausgleich. Doch sein Freistoß ging nur knapp über das Tor des Gastgebers. Ingolstadt fand kein Mittel das Defensivbollwerk Burghausens zu durchbrechen. Die Burghauser boten eine taktisch gute Leistung. Den endgültigen Knock-out schien Grübl den Schanzern versetzt zu haben. Nach einer Flanke von Cappek lässt Lutz den Ball abklatschen und Grübl musste nur noch abstauben. Doch Fabian Gerber (eingewechselt für Patrick Mölzl) schoss postwendend den 2:3-Anschlusstreffer. Ingolstadt spielte nun mit offenem Visier und versuchte alles um den Ausgleich zu erzielen. In Folge dessen, machte Burghausen in der letzten Minute alles klar. Malte Metzelder verlor in einem Zweikampf gegen Cappek den Ball, der von der Strafraumgrenze aus, zum 4:2-Endstand traf.

Wurde komplett aus dem Spiel genommen von Burghausen: Andreas Buchner
Ingolstadt enttäuschte gegen Burghausen. Die Gastgeber glänzten nicht spielerisch, aber kämpferisch und gewannen darum auch vollkommen verdient mit 4:2. Ingolstadt muss im nächsten Spiel auf David Pisot verzichten. Wie lange seiner Sperre sein wird, entscheidet der DFB diese Woche. Man geht von einem bis zwei Spieltagen aus. Ingolstadt lies die nötige Leidenschaft vermissen um ein Spiel zu gewinnen. Burghausen setzte im richtigen Moment die Stiche und setzte mehrfach die Defensive der Schanzer matt.
Nächste Woche trifft der FC Ingolstadt 04 zuhause auf den TSV Eintracht Braunschweig (Samstag, Anpfiff 14:00 Uhr).
Stimmen zum Spiel:
Harald Gärtner (Sportdirektor, FC Ingolstadt)
„Man muss in der Situation nicht unbedingt Rot geben. Aber die Mannschaft die mehr Leidenschaft und mehr Herz an den Tag gelegt hat, gewonnen hat. Wir sind durch eine gute Situation 1:0 in Führung gegangen. Und ich muss hier einfach die Zweikämpfe annehmen um in so einem Spiel bestehen zu können. Beim ersten Tor, komm ich einfach raus und hau den Ball weg, fertig. Wir haben uns in der Halbzeit nochmal viel vorgenommen. In der einen oder anderen Situation, war es unglücklich. Mit dem einen oder anderen Schritt mehr. Man war in bestimmten Situationen einfach nicht da. Darum hat auch Burghausen dieses Spiel verdient gewonnen. Wir sollten uns mal mehr auf das Spiel konzentrieren, als mit dem Schiedsrichter zu diskutieren. Wir sollten uns auf unsere Leistung konzentrieren, dann werden wir auch als Sieger wieder vom Platz gehen. Aber wenn wir meinen, mit dem Schiedsrichter diskutieren zu müssen. Ich will ihn nicht kritisieren, aber seinen besten Tag hat er nicht gehabt. Wenn ich mir die Statistik anschaue, meint man es war eine wilde Treterei. Mit so vielen Gelben Karten und einer Roten Karte. Ich muss mich wehren, ich muss mal was versuchen. Mit der Aggressivität nachrücken, wie wir es vor der Winterpause gemacht habe. Das ist im Moment alles weg. Wenn ich mir vorstelle, wie sie über die Woche trainieren, mit 80 oder 90 Prozent kann ich kein Spiel gewinnen.“
Andreas „Zecke“ Neuendorf (Mittelfeld, FC Ingolstadt)
Verdient wäre ein Sieg gegen Osnabrück gewesen, also ist es auch hier verdient zu verlieren. Aufgrund der Tatsache, dass wir uns heute den einen oder anderen Bock erlaubt haben, damit meine ich jetzt keine individuellen Fehler, weil heute muss sich jeder an die eigene Nase fassen, vom Spielbeginn an weg. Wir wussten wir treffen auf eine Mannschaft, die sieben Mal verloren hat, die heute unbedingt über den Kampf ins Spiel kommen will. Und von denen kein Zuschauer heute erwartet hat, dass sie uns an die Wand spielen. Da hätten wir vom Kopf her, schneller sein müssen. Mir fallen auf Anhieb etliche Situationen ein, die auch mir passiert sind, auf den Ball gewartet, statt entgegen. Dass wir das Spiel sehr unglücklich als Verlierer verlassen. Das ist eine Sache, man kann nicht immer jeden Elfmeter bekommen. Wir hatten heute drei strittige Elfmetersituationen. Da meine ich nicht, Buch sein Versuch, wo er dann Gelb sieht. Davor sind drei Elfmetersituationen gewesen, wo man es geben kann. Ein Tor hat er richtig gesehen. Ich werde vorher gehalten, ich schubse ihn dann weg. Klares wegstoßen. Ich hab dann versucht, vielleicht zählt es dann noch. Aber er hat es erkannt. Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Mich hätte es gefreut, wenn er es nicht gesehen hätte, aber es hat es gesehen. Es ist bitter. Aber wir sind nicht die unschlagbaren, bisher gewesen. Wir haben eine gute Serie gehabt, die ist jetzt leider gerissen. Und jetzt haben wir die Chance mit Samstag, Mittwoch, mit den englischen Wochen unsere Punkte zu holen. Und da müssen wir jetzt anknüpfen.
FC Ingolstadt 04: Lutz (4,5), Fink (3), Pisot (3), Wittek (4), Mölzl 5 (Gerber, 77/-) - Karl (4,5), Bambara 3,5 (Buch, 70/ 3), Leitl (3,5), Buchner (3,5), Andreas Neuendorf (4) - Demir 5 (Metzelder, 40./5)
SV Wacker Burghausen: Manuel Riemann, Marco Holz, Sven Kresin, Benjamin Gorka, Michael Kokocinski, Björn Hertl, Patrick Wolf, Sascha Traut (Patrick Kirsch, 83.), Christoph Burkhard (Christian Cappek, 63.), Markus Grübl, Thomas Kurz (Christian Brucia, 70.)
Tore: 0:1 (14.) Leitl, 1:1 (30.) Burkhard, 2:1 (39.) Gorka, 3:1 (83.) Grüblik, 3:2 (84.) Gerber, 4:2 (90.) Cappek
Gelbe Karten: Gorka, Burkhard, Grübl, Cappek, Zecke Neuendorf, Karl, Mölzl, Buch
Rote Karten: Pisot (34.) rohes Spiel
Zuschauer: 2700, Wacker-Arena zu Burghausen
Fotos von: da__Maxl
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