Platz 2 und 3 für beide Soli-Rennradler beim gut besetzten Radkriterium in Linkenheim bei Karlsruhe. Manfred Bock als Anfahrer für Bucher bei Sprintwertungen, Turbo-Diesel Mayer fuhr mit Ausreiß-Attacken die Sprinter mürbe....
Knapp 40 Radrennfahrer der Mastersklasse lockte das schöne Wochenendwetter zum gut besetzten Radkriterium auf die Radrennbahn in Linkenheim bei Karlsruhe. Mit am Start auch das Team des RKV Solidarität Dachau mit Jörg Bucher, August Mayer und Manfred Bock.
Schon auf der 300 km langen Anreise witzelten die drei über mögliche Podestplätze und Preisgelder, um das Benzingeld wieder hereinzufahren. Die Taktik war klar abgesprochen für das Trio: Bock sollte in den 6 Wertungsrunden die Sprints für Bucher anfahren und Mayer als "Turbo-Diesel" seine Zeitfahrerqualitäten ausspielen, um die Sprinter nach jeder Wertung durch Ausreiß-Attacken mürbe zu fahren.
Bereits in der 1. Wertung kamen ihre Pläne und Träume der Erfüllung näher, auch wenn Bucher nach seinem 400 Meter langen Antritt nur als Dritter über den Zielstrich fuhr und nur 2 statt der 5 geplanten Punkte einsammeln konnte.
Kurz danach attackierte Mayer aus dem Feld heraus und setzte sich an die Spitze. In einem Soloritt entschied er die 2. und 3. Wertungsrunde für sich. Unterstützt wurde er durch mehrere Störmanöver seiner beiden Vereinskollegen im Verfolgerfeld. Kurz vor 4. Wertung holte das Feld Mayer nach seiner 15km Alleinfahrt wieder ein. Im nachfolgenden Sprint des Hauptfeldes schrammte Manfred Bock aufgrund der etwas haarigen Zielkurve nur ganz knapp an seinen ersten Wertungspunkten vorbei.
Mayer konnte sich zusammen mit dem Frankfurter Klaus von Nessen erneut vom Feld absetzen. In der 5. Wertung kam es zwischen den beiden Ausreißern zum Sprintduell, bei dem von Nessen knapp die Nase vorn hatte.
Buchers Träumen allerdings fehlten dringend noch weitere Punkte für einen der vorderen Plätze. Aufgrund der nervigen Zielkurve stellte der gewiefte Taktiker seine Pläne für die Schlusswertung kurzerhand um. Er attackierte aus dem Verfolgerfeld heraus bereits direkt nach der 5. Wertung und konnte innerhalb der 3 km langen Runde zu dem führenden Duo aufschließen.
Mayer nutzte die Übermacht der beiden Soli-Fahrer im Spitzen-Trio nicht aus. Statt seinen direkten Konkurrenten auf den Gesamtsieg im Wechsel mit Bucher zu attackieren und rechtzeitig abzuschütteln, vertraute er auf den Schluss-Sprint.
So entschied sich sein Vereinskollege Bucher nach kurzer Verschnaufpause 800 Meter vor dem Ziel für zu einen letzten Überraschungsantritt. Er gewann die Schlusswertung und verschaffte sich damit ebenfalls Zutritt zum erträumten Podest-Platz hinter Mayer. Dieser konnte im Schlusssprint aufgrund seiner müder Beine den Frankfurter von Nessen nicht mehr abfangen und musste ihm den Gesamtsieg überlassen.
Manfred Bock sammelte mit Platz 13 in Linkenheim ebenfalls Punkte für die bundesweite Rangliste der über 40-Jährigen. Unter den 660 Masters-Rennfahrern belegt er nun Rang 198, Bucher ist 79. und Mayer auf Rang 55.
Insgesamt 130 Euro Preis- und Prämiengelder spülten genügend Benzin in den Autotank für eine lange, aber zufriedene Heimreise aus einem traumhaften, aber erfolgreichen Radlerwochenende in der Pfalz.

v.l.: Jörg Bucher, Klaus von Nessen, August Mayer. | |
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