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SaathiyaBenutzerprofil:Saathiya
Unterschätze niemanden der einen Schritt zurück geht, er könnte Anlauf nehmen.....
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Thema:
Sonstiges

Verfasst:
07.01.2012 15:23

Bewertung: 0 Punkte
Der eine Fehler bei Frauen




Als Gott dabei war, die Frau zu erschaffen,
war er schon bei seiner sechsten Überstunde.
Ein Engel erschien, und fragte
"Warum verbringst du so viel Zeit damit???"
Gott antwortete "Hast du das Datenblatt dazu gesehen???
Sie muss komplett waschbar sein, aber kein Plastik,
muss über 200 bewegliche Teile haben, die alle ersetzt werden können
und ihr Körper muss auch laufen wenn sie sich nur mit Diätcola und kleinen Snacks ernährt.
Sie muss einen Schoß haben, auf dem vier Kinder gleichzeitig sitzen können,
Sie muss einen Kuss haben, der alles heilen kann,
von einem aufgekratzten Knie bis zu einem gebrochenen Herzen -
und sie wird alles nur mit zwei Händen machen."

Der Engel war über die Ansprüche erstaunt "Nur zwei Hände!?
Und das beim Standardmodell??? Das ist zu viel Arbeit für einen Tag. Warte bis morgen um sie fertig zu machen."
"Das werde ich nicht" protestierte Gott "
"Ich bin so nah dran, diese Kreation die mir so ans Herz gewachsen ist zu fertigen.
Sie kann sich bereits selbst heilen UND kann 18 Stunden am Tag arbeiten"
Der Engel trat näher und berührte die Frau, "Aber du hast sie so weich gemacht, Gott"
"Sie ist weich" stimmte Gott zu, aber ich habe sie auch hart gemacht.
Du hast keine Ahnung, was sie dulden bzw. durchstehen kann."
"Wird sie denken können?", fragte der Engel.
Gott antwortete, "Sie wird nicht nur denken können, Sie wird erörtern und verhandeln können
.... besser als ein Mann."

Der Engel bemerkt etwas, streckt seine Hand aus, und berührt die Wange der Frau.
"Oops, es sieht aus, als hättest du eine undichte Stelle in diesem Modell.
Ich habe dir gleich gesagt, dass das alles zu viel Arbeit für einen Tag ist."
"Das ist keine undichte Stelle" korrigierte Gott,
"das ist eine Träne"
"Für was ist die Träne?" fragte der Engel.
Gott antwortete "Die Träne ist eine Möglichkeit,
mit der sie ihre Freude, ihren Schmerz, ihren Kummer, ihre Enttäuschung,
ihre Liebe, ihre Einsamkeit, ihr Bekümmernis und ihren Stolz ausdrücken kann."

Der Engel war beeindruckt, "Gott du bist ein Genie. Du hast an alles gedacht!
Frauen sind wirklich erstaunlich." Und sie ist es wirklich!
Frauen haben Stärke um Männer zu erstaunen.
Sie ertragen Not und tragen Belastungen, aber sie halten immer Freude, Liebe und Glück in sich.
Sie lächeln wenn sie schreien möchten. Sie singen wenn sie weinen möchten.
Sie weinen wenn sie glücklich sind und lachen wenn sie nervös sind.
Sie kämpfen für das an das sie glauben Sie stehen auf gegen Ungerechtigkeit.
Sie akzeptieren kein "Nein" wenn sie denken dass es eine bessere Antwort gibt.
Sie gehen ohne alles, damit Ihre Familien haben was sie brauchen.
Sie gehen zum Doktor mit einem ängstlichen Freund.
Sie lieben ohne Vorbehalt.
Sie weinen wenn ihre Kinder hervorragende Leistungen erbringen
und jubeln, wenn ihre Freunde Auszeichnungen bekommen.
Sie freuen sich wenn sie von einer Geburt oder einer Hochzeit hören.
Ihre Herzen brechen wenn ein Freund stirbt.
Sie sind bekümmert über den Verlust eines Familienmitgliedes.
Sie sind stark auch wenn sie denken dass es keinen Ausweg mehr gibt.
Sie wissen dass ein Kuss und eine Umarmung ein gebrochenes Herz heilen können.
Frauen gibt es in allen Formen, Größen und Farben.

Sie würden zu dir fahren, fliegen, laufen, rennen oder E-mailen
nur um zu zeigen wie sehr sie sich um dich kümmern.
Das Herz einer Frau ist was die Welt zu einem schönen Ort macht.
Sie bringen Freude, Liebe und Hoffnung.
Sie haben Mitgefühl und Ideale.
Sie geben ihren Freunden und ihrer Familie moralischen Beistand.

Frauen haben wichtige Dinge zu sagen und geben ALLES!!!
Wie auch immer, wenn es einen Fehler bei Frauen gibt,
ist es der dass sie vergessen was sie wert sind.
Thema:
Sonstiges

Verfasst:
22.10.2011 13:28
Letzte Änderung:
22.10.2011 13:34

Bewertung: 0 Punkte
Mein Geburtsjahr


Wohnen und Design 1964
Streng-sachlicher Stil mit leicht unterkühlter Ausstrahlung

Sofa, Sessel, Couchtisch und Schrankwand bilden nach wie vor die Grundausstattung eines bundesdeutschen Wohnzimmers. Die Bemühungen von Innenarchitekten und Möbeldesignern, diese bieder-brave Kombination durch neue Wohnideen aufzulockern oder gar zu ersetzen, prallen fast ausnahmslos am Einheitsgeschmack des deutschen Bürgers ab. Variationen sind lediglich im Detail gefragt. Das Sofa findet man als Zweisitzer oder als Dreisitzer, die Sessel mit kantigen oder runden Formen, den Couchtisch mit Glas oder Holzplatte und die Schrankwand mit geschlossener Front oder - sehr viel moderner und von jungen Leuten bevorzugt - als offenes Regalsystem. Entscheidend ist für viele Schrankwandbesitzer, dass sich hinter den Fronten des beliebten Möbelstücks ein Rundfunkgerät und ein Fernseher verbergen lassen. Wer einen Hang zum Exklusiven verspürt, richtet sich zusätzlich eine Hausbar - etwa mit verspiegelten Innenwänden - ein. Zu den wirklich neuen Möbelstücken, die vom Verbraucher angenommen werden und sich einer regen Nachfrage erfreuen, gehören Schlafcouch und Etagenbett. Beide

sind platzsparend und somit ideal für kleine Räume, z. B. in Neubauwohnungen. Mit einer Schlafcouch lässt sich das herkömmliche Bett ersetzen. Tagsüber kommen Decken und Kissen in den Bettkasten, und das Zimmer kann als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden. Das Etagenbett findet gewöhnlich im Kinderzimmer Verwendung und schafft einigen zusätzlichen Platz zum Spielen und Toben. Die Linien und Formen der modernen Möbel sind einfach, streng und sachlich. Auf überflüssige Schnörkel wird verzichtet - gefragt ist vor allem Funktionalität. Das Rechteck als geometrische Figur dominiert in der Formgebung. Der neue Wohnstil ist schlicht und verbreitet eine leicht unterkühlte Atmosphäre. Für jüngere Leute bieten viele Einrichtungshäuser preiswerte Möbel zur Selbstmontage an. Sitz- und Schlafgelegenheiten, Tische sowie Regale in allen Variationen können, in Einzelteilen verpackt, mit dem eigenen Auto nach Hause transportiert und dort mit ein wenig handwerklichem Geschick nach einer Anleitung in kurzer Zeit zusammengebaut werden. Zur Gestaltung der Wohnungen werden kräftige Farben bevorzugt.

Rot, Blau, Grün und Gelb kombiniert man mit glänzendem oder mattschwarzem Chrom. Polster- und Dekorationsstoffe sind einfarbig oder - beeinflusst von der Popart - mit großformatigen geometrischen Ornamenten versehen. Bei den Hölzern herrschen Palisander für den teuren Geschmack, ansonsten Nussbaum oder Teak vor. Aus Skandinavien kommen helle Hölzer, besonders Kiefer und Tanne. Ein neuer Trend zeichnet sich auf der im Februar stattfindenden Internationalen Möbelmesse in Köln ab: Mit Kunststofffurnieren beschichtete Möbel, die bislang in erster Linie in Küchen eingesetzt wurden, dringen verstärkt in andere Wohnbereiche vor. Vor allem für die Schlafzimmereinrichtung werden immer mehr »weiße Hölzer« verwendet. Bislang sind die Preisunterschiede zu Echtholzbeschichtungen noch nicht sehr groß. Da sich aber Kunststofffurniere sehr viel eher für eine Massenherstellung eignen und die Möbelfabrikanten über Lieferschwierigkeiten bei der Beschaffung von Edelhölzern klagen, rechnen die Fachleute damit, dass Kunststoffmöbel rasch im Preis sinken werden. Bislang fabrizieren erst 60 von 2000 deutschen

Möbelherstellern die neuen Kunststoff-Folien und erst drei produzieren sie in größeren Mengen. Die Nachfrage ist jedoch stark ansteigend. In der Küche wird das wasserresistente und kratzfeste Material schon seit Längerem für Einbausysteme benutzt. Die äußerlich schlichten Schrank- und Regalreihen bieten Platz für viele technische Raffinessen, welche die Hausarbeit erleichtern sollen. Da gibt es z. B. ausklappbare Brotschneidemaschinen oder Frühstückstische, Topfschränke mit ausschwingenden Regalbrettern, Trockenkammern für Küchenhandtücher und Einbaumöglichkeiten für alle Arten von modernen Maschinen. Der Renner des Jahres auf dem Möbelmarkt ist der »Lounge Chair«, die schickere Version des Fernseh-, Kamin- oder Klubsessels. Die meist leder- oder auch fellbezogene Sitzgelegenheit umweht ein Hauch von Luxus. Kaum ein Möbelhaus, das nicht einige Modelle der ausladenden, auf einer federnden Chromkonsole ruhenden Sessel im Programm hat. Ergänzt werden die »Supersessel« oft durch einen Fußhocker in gleichem Design und mit gleichem Bezug. Die »Lounge Chairs«, die zuerst in den USA auf den Markt kamen, finden einen so großen Absatz, dass Importeure oder Lizenz-Hersteller der US-Modelle in Lieferschwierigkeiten geraten. Mittlerweile haben jedoch auch einheimische Fabrikanten den Trend erkannt und die erfolgreichen ausländischen Modelle mit geringfügigen Abänderungen kopiert. Die Preise der Nachahmungen sind jedoch kaum geringer als die der Originale. Ledersessel kosten zwischen 1000 und 1800 DM, Sofas bis zu 3500 DM. Doch auch für geringere Beträge lässt sich die Sucht nach lederner Repräsentation schon befriedigen. Bei Neckermann oder Quelle sind mit Fell-Ersatz oder mit Skai bezogene Sessel für 200 bis 300 DM im Angebot, Sofas und Lederbänke für 400 bis 450 DM. Für ausgefallene Wünsche wird der »TV-Stratolounger« (1000 DM) bereitgehalten - ein Skai-bezogenes Sitzgerät, das sich laut Werbung »automatisch der vollkommenen TV- und Ruhelage anpasst«.

Wissenschaft und Technik 1964:
Die Elektronik im Dienste der Forschung

Zentrale Bedeutung kommt im Jahr 1964 der Raumforschung und Raumfahrt zu. Am 4. September bringen die USA den ersten von sechs OGO-Satelliten in den Orbit. Diese Satelliten sind »Orbiting Geophysical Observatories«, also um die Erde kreisende geophysikalische Observatorien. Sie ermitteln Messdaten über die Atmosphäre und Ionosphäre, das irdische und interplanetare Magnetfeld, das Nachtleuchten (Zodiakallicht) und das Polarlicht, elektrische Felder und die interplanetare Materie. Andere neue US-Satelliten dienen terrestrischen Beobachtungen mit einer Auflösung von etwa 100 m. In der Sowjetunion startet am 12. Oktober erstmals eine mit drei Kosmonauten besetzte Raumkapsel - Woschod 1 - zu einem Flug in das Weltall.

International erhält die Nutzung des erdnahen Weltraums eine neue Komponente durch die Gründung der Intelsat-Organisation, welche die Nachrichtensatelliten vom Typ Early Bird kommerziell betreuen soll. Gründungsmitglieder sind 14 Nationen; bis 1988 wächst die Vereinigung auf 150 Mitgliedsstaaten an. Die später größte Satellitenfunk-Empfangsstation der Welt wird in einer ersten Ausbaustufe in Raisting (Oberbayern) von der Deutschen Bundespost eingerichtet.

Raumforschung von grundlegender wissenschaftlicher Bedeutung betreiben die US-amerikanischen Astrophysiker Arnold Allen Penzias und Robert Woodrow Wilson, die in den Bell Laboratories arbeiten. Sie entdecken die Drei-Kelvin-Strahlung, eine gleichmäßig aus allen Richtungen des Weltalls kommende elektromagnetische Hintergrundstrahlung mit einer Wellenlänge von 1 bis 100 mm. Das entspricht der Strahlung eines schwarzen Körpers von 2,7 Kelvin (- 270,50 °C). Die Strahlung wird als energetischer Rest des Urknalls bei der Entstehung des Universums gedeutet und lässt auf das Alter der Welt schließen.

Die physikalische Grundlagenforschung liefert noch weitere wichtige Ergebnisse. In der UdSSR entdeckt der Physiker Dubna das künstliche Element 104 (Unnilquadium). Am Brookhaven National Laboratory auf Long Island entdecken Wissenschaftler das Omega-Elementarteilchen. Die US-amerikanischen Atomphysiker Murray Gell-Mann und George Zweig entwickeln außerdem das Quark-Modell. Als Quarks bezeichnen sie fundamentale Bausteine der Materie, die sich bisher nicht als freie Elementarteilchen nachweisen ließen. Aus ihnen bauen sich nach der neuen Theorie die sog. Hadronen (Protonen, Neutronen usw.) auf.

In Hamburg erhält die atomphysikalische Grundlagenforschung mit dem deutschen Elektronensynchrotron (DESY) ein erstes Großinstrument. Auf seiner Kreisbahn von 100 m Durchmesser lassen sich Elektronen für kernphysikalische Crash-Experimente auf 7,5 GeV (Gigaelektronenvolt) beschleunigen.

Ebenfalls in der Bundesrepublik läuft bei den Kieler Howaldts-Werken das erste deutsche Schiff mit Nuklearantrieb vom Stapel, der 16 870 BRT große Massengutfrachter »Otto Hahn«. In Dienst gestellt wird er allerdings erst 1968. Auf dem Gebiet der Industrieelektronik ist von mehreren Neuerungen zu berichten. - In Fernsehgeräten werden erstmals gedruckte statt gewickelter Spulen als elektronische Bauteile eingesetzt, was die Produktion wesentlich vereinfacht und verbilligt. - Die Firma IBM bringt eine erste elektrische Schreibmaschine mit elektronischem Textspeicher auf den Markt. Die Lettern werden bei ihr nicht im Moment des Tastenanschlags abgedruckt, sondern zuerst auf Magnetband gespeichert. Einzug in die industrielle Fertigung hält die Elektronik schließlich in Schweden, wo eine große Gießerei den ersten Industrieroboter einsetzt. Ohne modernste Elektronik ist auch die Luftfahrt nicht denkbar. Die USA verfügen ab diesem Jahr im militärischen Bereich über den Super-Bomber »B-70«.

Im Straßenverkehr neu ist der von dem deutschen Ingenieur Felix Wankel 1957 in einem Prototyp vorgestellte und nach ihm benannte Drehkolbenmotor. Die NSU-Werke in Neckarsulm bauen ihn jetzt erstmals serienmäßig in ein Automobil ein.

Werbung 1964:
Wenig Originelles in der eintönig-biederen Werbelandschaft

Mit immer teureren und aufwendigeren Werbestrategien versuchen die bundesdeutschen Unternehmen, sich im härter werdenden Konkurrenzkampf, der den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung begleitet, zu behaupten.

Die Ausgaben der Markenartikelhersteller - sie zählen zu den werbeaktivsten Firmen - für Zeitungsanzeigen, Sendezeiten in Rundfunk und Fernsehen und für Plakatanschläge erhöhen sich 1964 im Vergleich zum Vorjahr um 15%. Insgesamt, so schätzen Experten, werden in der Bundesrepublik Deutschland sechs bis acht Mrd. DM für Werbung ausgegeben.

Die steigenden finanziellen Aufwendungen kommen allerdings eher der Quantität als der Qualität zugute. Ein Großteil der Werbung in den bundesdeutschen Medien bleibt bieder, einfallslos und ohne Witz. Originalität hat Seltenheitswert. So soll man z. B. Pott-Rum kaufen, weil er »schmeckt«, Krone-Zigaretten, weil sie »herzhaft schmecken«, Winston-Zigaretten, weil sie »so gut schmecken« und Polar-Rum, weil er »wunderbar schmeckt«. Ähnlich beliebt sind Allgemeinplätze wie »führend«, »elegant«, »modern« oder »formschön«. Als Garant für die Qualität eines Produktes muss entweder ein distinguierter Mittvierziger oder eine junge Dame mit der Ausstrahlung einer attraktiven Hausfrau herhalten. Bein und Busen sind tabu. Das duschende Fräulein auf den badedas-Anzeigen lässt als eine der wenigen etwas Haut sehen. Doch es gibt auch Ausnahmen in der langweilig-biederen Reklamelandschaft. So präsentiert die Kaffee-Firma Tchibo den wohlbeleibten Tchibo-Kaffee-Experten, der im nachtblauen Einreiher mit Homburg-Hut die Tropen durchquert und dort die Bekanntschaft von Häuptlingen und wilden Kriegern macht. Kreiert wurde er von der Agentur Doyle, Dane und Birnbach, von der auch die Volkswagen-Werbung (»...und läuft und läuft und läuft...« stammt, die bei Fachleuten wie Konsumenten als das Nonplusultra erfolgreicher Verkaufsstrategien gilt.

Nach einer Umfrage des Hegemann-Instituts für Markt- und Werbeinformation aus Düsseldorf rangieren die Annoncen für folgende Produkte an der Spitze der Erinnerungsskala: VW-Käfer, Tchibo-Kaffee, der Wodka Puschkin mit dem Slogan »Für harte Männer« und die Zigarette HB mit ihrem HB-Männchen und dem Spruch »Darum greife lieber zur HB, dann geht alles wie von selbst«. Zu den Spitzenreitern gehört auch die Anzeige für Scharlachberg. »Nimm's leicht, nimm Scharlachberg«, heißt es da als Kommentar zu einer Zeichnung des Karikaturisten Loriot.

Essen und Trinken 1964:
Feinschmeckerküche verdrängt einfache Hausmannskost

Mit steigendem Wohlstand kommt es den Bundesdeutschen weniger auf Quantität als vielmehr auf Qualität beim Essen und Trinken an. Wollte man bis weit in die 50er Jahre hinein noch in erster Linie satt werden, so strebt heute so manch einer nach Genuss und nach Gaumenkitzel.

Die alte deutsche Hausmannskost - Kartoffeln mit Soße, Stullen und Eintopfgerichte - gerät ins Hintertreffen. In den Haushalten und Restaurants kommen immer häufiger Speisen auf den Tisch, die vor wenigen Jahren noch extravagant erschienen: Puten, Rauchschinken, eine Fülle von Käsesorten, Avocados, Delikatess-Salate, exotische Suppen, Kräuter und Gewürze - die Deutschen beginnen, das Schlemmen zu entdecken. Die Statistik belegt diesen Trend. Bei allen höherwertigen Lebensmitteln ist der Verbrauch stark gestiegen. Seit 1960 wuchs der Monatskonsum des Bundesbürgers an

Fleisch um rund 15% (1960: 696 g; 1964: rund 800 g)
Geflügel um rund 50% (von 169 auf rund 250 g)
Gemüsekonserven um 50% (von 442 auf 670 g)

Im Gegensatz dazu ging der Konsum sog. Volksnahrungsmittel zurück. Seit 1960 sank der monatliche Pro-Kopf-Konsum an

Margarine von 946 g (1960) auf 764 g - um rund ein Fünftel
Brot von 5428 g auf 4812 g - um etwa 12%
Kartoffeln von 7,35 kg auf 2,48 kg - um rund zwei Drittel

Vielfältige Anregungen für die Bereicherung des Speisezettels empfingen die Deutschen auf ihren Urlaubsreisen ins Ausland. Selbst eingefleischte Sauerkraut-, Eisbein- und Würstchen-Esser lernten auf diesem Wege italienische Nudelgerichte, spanische Fischtöpfe und französische Feinschmeckermenüs schätzen. Und die Besuche in den überall aus dem Boden geschossenen Pizza-Stuben, Balkan-Grills und China-Restaurants tun ihr Übriges, um die Hausfrau zu Experimenten am Herd zu verleiten. Die Lebensmittelhändler richten sich darauf ein und nehmen die Zutaten für ausländische und exotische Gerichte in ihr Sortiment auf.

Auch das Angebot an Tiefkühlkost steigt ständig. Wild, Geflügel, Fisch und jede Art von Gemüse werden das ganze Jahr über in gefrorener Form zum Verkauf feilgeboten. Allerdings greift die deutsche Hausfrau bislang eher zögernd zu. Nicht einmal ein Kilo der tiefgekühlten Kost verzehrt der Bundesbürger durchschnittlich im Jahr.

Nicht mehr verzichten möchte der Wohlstandsdeutsche auf Snacks und Naschereien neben den regelmäßigen Mahlzeiten. Einen wahren Boom kann beispielsweise die Speiseeisbranche verzeichnen. Steigenden Umsatz melden auch die Hersteller von Salzstangen, Erdnuss-Flips und Kartoffelchips. Das würzige Knabbergebäck wird vor allem vor dem TV-Apparat verzehrt.

Durstlöscher Nr. 1: Bier, Milch, Kaffee

Der Getränkeverbrauch in der Bundesrepublik steigt auch im Jahr 1964 weiter an. Getrunken wird alles, was den Durst löscht und schmeckt: Milch, Säfte, Limonaden, Kaffee, Bier, Wein, Sekt.

Das beliebteste Getränk ist nach wie vor das Bier: Über 120 l trinkt der Statistikdeutsche im Laufe des Jahres (1950: 35,6 l). An zweiter Stelle folgt die Milch mit durchschnittlich 110 l im Jahr.

Neben Bohnenkaffee, Obstsäften und Erfrischungsgetränken (z. B. »Sinalco«, »Bluna« erfreut sich vor allem Alkoholisches immer größerer Beliebtheit. Der Weinkonsum beträgt fast 15 l pro Kopf (1960: 9,9 l) und der Sektverbrauch liegt bei knapp 2 l (1960: 0,9 l).






Thema:
Sonstiges

Verfasst:
22.10.2011 13:11
Letzte Änderung:
22.10.2011 13:38

Bewertung: 0 Punkte
Mein Geburtsjahr


Das Jahr 1964
Kritische Autoren wollen Vergangenheitsbewältigung, Popmusik wird Jugendbewegung

Die Auseinandersetzung mit dem Hitler-Faschismus findet derzeit vor allem auf der Bühne und in der Literatur statt. Autoren wie Heinrich Böll, Günter Grass, Alfred Andersch, nicht zu vergessen Rolf Hochhuth mit seinem 1963 uraufgeführten Theaterstück »Der Stellvertreter«, wollen den schmerzhaften Prozess des Erinnerns erzwingen. Sie verlangen vom Nachkriegsdeutschland, das über die Verjährung von NS-Verbrechen sinniert und den Auschwitz-Prozess mehr oder minder unbeteiligt verfolgt, die Anerkenntnis politischer und moralischer Schuld.

Scheinbar ohne Zusammenhang mit den bohrenden Anklagen der Intellektuellen gegen die Etablierten begehrt auch die Jugend, auf ihre Weise, gegen die ältere Generation auf. Verwundert, ohne den Zündstoff zu erkennen, blicken die Eltern auf ihre Kinder, die sich die Haare wachsen lassen, die herkömmliche Kleiderordnung missachten, unbekümmert mit sexuellen Fragen umgehen und dieser »schrill-primitiven« neuartigen Popmusik verfallen sind. Die »Beatles«, die »Rolling Stones« und andere Bands in ihrem Gefolge lösen eine Massenbewegung aus. Mit ihrer Musik der »Good Vibrations«, unkonventionellen Texten und aufmüpfigem Auftreten wirken sie wie ein Magnet auf die Jugend, die sich von gesellschaftlichen Zwängen befreien will und neue Lebensideale sucht. Kaum jemand ahnt allerdings schon 1964, dass Kritik an politischen Entscheidungen und Aufbegehren gegen die Erwachsenenwelt sich wenige Jahre später mit ungebremster Kraft in der Protestbewegung der Achtundsechziger entzünden werden.

Auto 1964:
Die neuen Limousinen von Opel: Schneller, stärker und größer

Gleich drei neue Modelle schickt die Adam Opel AG 1964 ins Rennen um Anteile auf dem umkämpften Automobilmarkt: Den »Diplomat«, den »Admiral« und den »Kapitän«. Die Rüsselsheimer Firma, Tochterunternehmen des Industriekonzerns General Motors Corporation in Detroit (USA), will mit den neuen Wagen die gehobenen Käuferschichten erreichen.

Der »Diplomat« ist das stärkste Auto, das Opel je offerierte. Hubraum: 4,6 Liter. Leistung: 190 PS. »Admiral« und »Kapitän«, die beiden weiteren Opel-Neuheiten, sind mit dem gleichen, von 90 auf 100 PS Leistung gesteigerten Sechszylinder-Reihenmotor von 2,6 Liter Hubraum ausgestattet, den auch Opels bisheriges Spitzenmodell, der alte »Kapitän«, unter der Haube hatte. Er ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 155 km/h. Alle drei Wagen sind mit automatischem Getriebe und Scheibenbremsen (an der Vorderachse) lieferbar.

Tageseinträge für 12. März 1964

Robert Havemann, Professor für physikalische Chemie an der Ostberliner Humboldt-Universität, wird wegen staatskritischer Äußerungen aus der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) ausgeschlossen und von seinem Lehrauftrag entbunden.

Das Schauspiel "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt wird in der ägyptischen Hauptstadt Kairo erstmals in arabischer Sprache gespielt. Die Aufführung im El-Horreya-Theater wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kairo organisiert.

Wetterdaten für März 1964

Im März des Jahres 1964 war es laut den Wetteraufzeichnungen erheblich zu kalt (Abweichung: -2.1 °C).

Mode 1964:
Mode im Generationskonflikt - Courrèges erobert die Mode

André Courrèges führt die Mode ins Raumfahrtzeitalter. Sein im Frühjahr 1964 vorgestellter »Weltraum-und Mondmädchen-Look« schlägt wie eine Bombe ein und bringt die Modebranche in Aufruhr. Eine weitere Modesensation und großes Medienereignis lösen Rudi Gernreichs »Oben-ohne«-Badeanzüge aus.

In Großbritannien macht Mary Quant Schlagzeilen mit ihren kindlichen, gerade oberschenkellangen Hängerkleidern, die im Versandhandel erhältlich sind. Diesem frechen, nüchternen Kleidungsstil setzt Barbara Hulanicki, in ihrer nostalgischen Londoner Modeboutique namens »Biba«, den Romantik-Look entgegen.

Sexuelle Befreiung und Emanzipation der Frau gilt als Motivation für die neuen Modeintentionen sowohl von Courrèges als auch von Gernreich und Mary Quant.

In Deutschland sind sich die ersten kühnen Minirock-Trägerinnen eines missbilligenden bis neidischen Blicks ihrer Zeitgenossinnen sicher. Die Mode der Normalverbraucherin kennt Mini noch nicht. In ihrer Mode dominieren Hemdblusenkleider, gerade Shiftkleider und figurunterstreichende Prinzesskleider. Als Ausgleich dazu stehen dem sportlichen Typ Kleider im Buschhemden-Stil gegenüber. Beliebter als das Trotteurkostüm sind in diesem Jahr Deux- oder Trois-Pièces-Ensembles. Hosenanzüge à la Marlene Dietrich mit Sakko-Jacke kommen an, bieten sie doch eine Alternative zur neuen Saumlänge. Der Hut, in modischer Topfform oder breitkrempig mit hohem Kopf, ist noch nicht aus der Mode gekommen. Die Modelle sind alle durchweg auffallend.

Die Schuhmode ist sichtlich irritiert durch André Courrèges Postulat für absatzlose Stiefeletten als zeitgemäße Fußbekleidung. Noch bleibt der Pumps mit topmodischer Karreespitze und dünnem Pfennigabsatz, aber er wird niedriger.

Die neue Modegeneration schlägt für die modische Frisur glattes, geometrisch geschnittenes Haar vor, während komplizierte Frisuren mit hohem Dutt, oft von einem breiten Band umgeben, dominieren.

Die Herrenmode ist noch kaum von Änderungen betroffen. Sakkoanzüge und Mäntel sind gerade und bequem geschnitten. Im Theater oder zum eleganten Abendessen trägt der Herr dunklen Anzug, weißes Hemd und dezente, oftmals silbergraue Krawatte.

Den Generationskonflikt signalisiert weniger die Kleidung als vielmehr die Frisur. Endlose Diskussionen um die »unordentliche Beatle-Frisur« entnerven so manche Familienmitglieder. An den meisten Arbeitsplätzen und in Schulen wird »langes« Haar nicht akzeptiert.

Pariser Couturiers setzen auf die Hose

Der Trend zur Damenhose hält an - daran bestehen nach Ende der Pariser Modeschauen 1964 keine Zweifel mehr. Bei einer Reihe von Couturiers stehen die Beinkleider im Mittelpunkt ihrer Kollektion.

Modemacher Jacques Heim etwa zeigt knielange Mozarthosen aus Wolljersey. Bei Jeanne Lanvin gibt es Hosenkleider - knielang mit Bügelfalte - unter einreihigen, auf Taille gearbeiteten Paletots; dazu werden schwarze Wollnetzstrümpfe vorgeschlagen. Die Hosen von Jacques Griffe und Coco Chanel sind weit und knöchellang. Man kombiniert sie mit schulterfreien Oberteilen und trägt dazu Schuhe mit hohen Absätzen. Zu sehen sind ferner Hosen bis zur Wadenmitte von Castillo, mit Pailletten bestickt (Guy Laroche) oder aus weißer Ölhaut (André Courrèges).

Modemacher Pierre Cardin dagegen verschließt sich kompromisslos dem neuen Trend: In seiner Mammutkollektion von 240 Modellen befindet sich nicht eine einzige Hose. Auch Dior und Yves Saint-Laurent verbannen die Zweibeiner aus den Haute-Couture-Salons und bieten sie nur in ihren Boutiquen an.





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